Schriftart Altdeutsch

Mit der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg geriet die Zunft der Schreiber arg in Bedrängnis.

Während die jeden Buchstaben mit der Hand exakt schrieben, oder besser - malten, stellten die Buchdrucker schnell und billig Bücher und Schriften in großer Auflage her.

Unabhängig davon entwickelte sich die Schrift, sowohl die geschriebene als auch die gedruckte, im Laufe der Jahrhunderte immer weiter und verschiedene Schriftarten entstanden, unterschiedlich von Land zu Land.

Die Deutsche Kanzleischrift sah anders aus als die Kurrentschrift, die im 18. und 19. Jahrhundert allgemein Verwendung fand. Dabei spielte auch die vorhandene Technik eine wesentliche Rolle, ließ sich doch mit einer modernen Stahlfeder ein ganz anderes Schriftbild als mit einem Gänsekiel erzeugen.

Ab 1911 verbreitete sich die nach ihrem Entwickler benannte Sütterlinschrift und wurde in den meisten Schulen gelehrt. Allergrößten Wert legten die Lehrer auf eine exakte Ausführung der Schriftzeichen, mussten doch die Hamburger auch die Schrift der Schwaben lesen können. Es ist alten Briefen und Dokumenten anzusehen, wie geschickt ein Schreiber die Feder zu handhaben wusste. Die Schriftbilder ähneln sich und sind sehr schön.

Das Ende der Schriftarten Altdeutsch kommt 1941, als durch einen Erlass der Hitlerregierung diese Schrift verboten wird und nur noch die Deutsche Normalschrift gilt, ähnlich der, die heute europaweit üblich ist, wobei es damals von Bundesland zu Bundesland und zur DDR Unterschiede gab. In Bayern wird eine Schriftart Altdeutsch als leicht abgeänderte Offenbacher Schrift noch bis in die fünfziger Jahre als Zweitschrift gelehrt und die kleinen Buchstaben finden in der Mathematik bei der Vektorrechnung ihre Verwendung.